Mittwoch, 8. April 2015

[Buchvorstellung] Love Letters to the Dead // Ava Dellaira


Titel: Love Letters to the Dead
Originaltitel: Love Letters to the Dead
Autorin: Ava Dellaira
Übersetzt von: Katarina Ganslandt
Verlag: cbt
Originalverlag: Farrar, Straus and Giroux
Seitenanzahl: 416
ISBN: 978-3-570-16314-6
Einband: gebunden mit Schutzumschlag
Film:
Reihe: /
Bildquelle: ©cbt




Beschreibung:


Eine Geschichte voller Liebe und Weisheit: Das beeindruckendste Jugendbuch des Jahres

Es beginnt mit einem Brief. Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freunden und Sky, ihrer großen Liebe. Doch erst, als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben und kann einen letzten Brief an May schreiben …
 Quelle und ©: cbt

Warum ich das Buch gelesen habe


Sally und ich wollten ein Buch zeitgleich lesen und haben uns für Love Letters to the Dead entschieden, da uns das Buch beide sehr angesprochen hat.


Meine Meinung



Zum Inhalt und zur Idee:

Wo soll ich bloß anfangen? Beginnen wir mit Mays Tod. Wir als Leser erfahren erst sehr spät im Buch, was die Ursache und er Ablauf von ihrem Tod war. Aber Tatsache ist eben, dass sie tot ist. Fort. Ob es Selbstmord war oder nicht weiß nicht einmal Laurel so recht, zumindest habe ich das so verstanden. Ich persönlich finde, das Thema war ein kleines Bisschen zu anspruchsvoll für die Autorin. Es hat sich so angefühlt, als hätte die Autorin Laurels Geschichte schon vor langer Zeit in ihrem Kopf gehabt und hat verzweifelt nach einem Grund für Laurels Situation gesucht. Der Tod ist kein schönes Thema und wenn man sich schon damit auseinandersetzt, dann sollte das Buch einen richtig umhauen (siehe DSIEMV). Auch wenn tagtäglich Menschen sterben ist der Tod noch lange nicht Normalität für die Menschheit geworden. Aber fast so ist es im Buch leider rüberkommen. Aber legen wir diesen Kritikpunkt mal beiseite und stellen fest, dass die Geschichte auch ohne Mays Tod prima geklappt hätte. Hauptsächlich geht in dem Buch darum, dass Laurel sich selbst findet. Zu einer Persönlichkeit heranreift und um ehrlich zu sein: viel Handlung ist das logischerweise nicht. Das Buch ist eine Ansammlung von Briefen. Briefe, die sich an tote Persönlichkeiten richten. Warum? Weil Laurels Lehrerin den Schülern dieser Aufgabe erteilt hat und Laurel das Ganze dann ein wenig ernster genommen hat. Ich habe erwartet, dass der Höhepunkt dieses Briefeschreibens dann der Brief an May ist. Dieser ist meines Erachtens nach aber viel zu schlicht und einfach ausgefallen und hätte eigentlich genauso wie May gleich weggelassen werden können.

Zum Schreibstil und den Charakteren:

Der Schreibstil. Wie bereits erwähnt besteht das Buch aus ganz vielen Briefen. Was bedeutet, dass das Buch in meiner geliebten Ich-Perspektive geschrieben ist. Was aber auch bedeutet, dass der überaus traumhafte Schreibstil der Autorin ein wenig fehl am Platz ist. Denn ich bezweifle, dass auch die Autorin selbst in dieser Art auch nur einen einzigen Brief schreiben würde. Das ist ganz einfach ziemlich unrealistisch, auch wenn mir die Idee an sich gut gefällt. Eine weitere Folge der Briefe ist, dass Laurel da auch nur das schreibt, was sie selbst schreiben will. Ein super Weg sich selbst und auch die Leser zu belügen, wie ich finde. Unter anderen Umständen wäre der Schreibstil aber genau richtig. Flüssig, spannend und ich kann auch jetzt schon versprechen, dass es bald einmal ein paar Buchzitate aus dem Buch geben wird, da Laurel sehr viel über die Welt und das Leben nachdenkt, was mir an ihr sehr gut gefallen hat…Jetzt zu dem unangenehmsten Teil der ganzen Buchvorstellung, den Charakteren. Beginnen wir mit Laurel. Laurel war mir von Anfang an…unsympathisch. Klar ich weiß, dass der ganze Sinn der Buches ist, dass sie sich selbst findet, aber sie war einfach so unglaublich unsicher und naiv und leichtgläubig und und und. Sie hatte nicht einmal den Ansatz einer Persönlichkeit. Das wurde zwar im Laufe des Buches ein wenig besser, aber ihre Naivität ist mir die ganze Zeit über auf die Nerven gegangen. Sie macht einfach jeden S***** mit. Rauchen, Partys, Alkohol trinken…und das wird auch am Schluss nicht besser. Alles eigentlich ziemlich vollgepackt mit amerikanischen Klischees. Wie oben aber bereits erwähnt denkt Laurel über sehr viele Dinge nach und hat einen Hang zur Philosophie, was mir als einziges an ihr sehr gut gefallen hat. Zu ihren neuen Freundinnen Natalie uns Hannah. Die Persönlichkeiten der beiden kamen eigentlich nie richtig rüber, weswegen ich sie auch nicht so gut beurteilen kann. Aber ich wage einmal zu behaupten, dass sie zwar besser als Hannah waren, aber niemals meine Freundinnen sein würden. Tristan und Kristen (ja diese zwei ähnlichen Namen gingen auch mir sehr auf die Nerven) sind ein Pärchen aus dem Abschlussjahrgang und haben wie Laurel meint, die Elternaufgabe der drei Mädchen übernommen. Kristen war ganz okay und viellicht sogar noch meine liebste Persönlichkeit aus dem Buch. Tristan verkörpert so den weisen Hippie.  Versteht mich nicht falsch mir gefällt seine Sichtweise auf die Welt wirklich ausgesprochen gut, aber die Sache mit den Drogen, dem Alkohol und den Partys passt da irgendwie dann doch nicht mehr ganz so rein. Sky…Laurels große Liebe, wie es in der Beschreibung heißt. Er ist dieser Mystery-Boy an den kein Mädchen rankommt bis auf einmal Laurel auftaucht…ja klar! Total logisch und gaaanz ohne Klischee! Er verkörpert auch nicht unbedingt den Traum eines Freundes, da er genau das nicht macht, was ich mir eigentlich am meisten von einem Freund wünschen würde: er steht nicht hinter Laurel und unterstützt sie auch kein bisschen. Zu guter Letzt noch May bevor ich hier einen ganzen Roman schreibe: In Laurels Augen war May perfekt. Als Leser merkt man aber trotzdem, dass sie es nicht war. Mays Persönlichkeit bekommt man sehr gut mit. Sie ist vielleicht kein Mädchen, mit dem ich mich anfreunden würde, aber mir hat ihre unkomplizierte und offene Art eigentlich sehr gut gefallen.
Alles in allem waren alle Charaktere nicht unbedingt mein Typ, aber mir hat es wahnsinnig gefallen, dass man bei jedem der Charaktere eine Entwicklung beobachten konnte, wie es nur in manchen Büchern der Fall ist, denn kein Mensch (schon gar nicht in dem Alter) entwickelt sich nicht weiter. Das ist also definitiv ein großer Pluspunkt.

Zur Gestaltung:

Das Cover gefällt mir wirklich sehr gut und ich habe ja bereits einen Covermonday dazu gemacht. (Wer Interesse hat, hier kommt ihr zu meinem Beitrag)

Zitat

Vielleicht ist es ja das, was Liebe bewirkt. Dass ein Leben, ein Mensch oder ein Moment, den man nicht verlieren möchte, einem für alle Ewigkeit erhalten bleibt. S.162

Fazit

Ein wirklich sehr guter Grundgedanke, nur die Umsetzung ist dann nicht wirklich gut gelungen. Mays Tod wird eher als Grund für Laurels Situation, als als schreckliche Tragödie dargestellt. Auch mir den Charakteren habe ich mich nicht so recht anfreunden können, allerdings haben mir ihre Entwicklungsgeschichten sehr gut gefallen. In manchen Momenten war mir Laurel aber richtig sympathisch, da sie, wenn sie sich alles durch den Kopf gehen lässt, sehr "weise" für ihr Alter sein kann, was im nächsten Moment dann aber leider meistens schon wieder verflogen ist. Aber durch die philosophische Schreibweise und die durchaus interessante Geschichte, konnte mich das Buch dann letztendlich doch überzeugen und bekommt von mir 4 von 5 Herzen...ich hoffe ich habe euch jetzt mit meiner negativen Kritik über die Charaktere nicht allzu sehr abgeschreckt und ihr gebt dem Buch noch eine Chance, da das meine ganz persönliche Meinung ist und jeder mit einem anderen Charakterzug so seine Problemchen hat.


Challenge der Gegenteile: 2. Ein dunkles Cover


Kommentare:

  1. Hey:)
    das Buch geht ja gerade total rum. Wenn ein Buch so mega gehypt wird bin ich immer etwas skeptisch...ich muss dann erst ein paar Wochen warten bis ich es lese :D
    Liebe Grüße :)

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    1. Huhu!
      Ich normalerweise auch, aber ich habe mich da einfach mal mitreißen lassen, da es ja tatsächlich eine unglaublich tolle Idee hat! Ich würde dir ganz einfach raten, keine großen Erwartungen zu haben, dann wirst du nämlich wie ich enttäuscht werden <3
      Viele Grüße, Ambria <3<3<3<3 :)

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  2. Hey!
    Ich stimme dir in so ziemlichen allen Punkten zu. Du sprichst mir aus der Seele. Manchmal kam mir Laurel so was von naiv und jung vor, und an anderen Stellen wirkte sie reif und weise. Aber auf mich eigentlich öfter naiv und jung.
    Ganz liebe Grüße<3<3<3<3<3<3<3:)
    Sally

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    1. Hey :)
      Auf mich auch leider öfter :/
      Ganz liebe Grüße, Ambria <3<3<3<3<3<3 :)

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  3. Hallo liebe Ambria,

    kleiner Verbesserungsvorschlag: Ich fände ein paar Absätze im Fließtext ganz schön, weil sie das Lesen leichter machen. ;)
    Sonst aber tolle und nachvollziehbar dargestellte Rezension! Ich selbst weiß noch nicht so wirklich, ob ich es lesen will, aber vermutlich haben da andere Bücher dann einfach Vorrang. ^^

    Liebe Grüße <3

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    1. Hallöchen ;)
      Danke für die Info, beim Schreiben fällt mir das nie so auf, aber du hast recht, ich werde mir das abnun angewöhnen :) <3
      Dankeschön :)
      Viele liebe Grüße, Ambria <3<3<3 :)

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  4. Hallöchen,
    eine schöne Rezension auch wenn ich meiner Vorkommentatorin recht gebe. Dann lässt sich das irgendwie leichter lesen. :)
    Ich habe lange mit mir gehadert ob ich dieses Buch nun lesen soll oder nicht, aber ich glaube ich werde es nicht lesen, weil die Meinungen einfach so weit auseinander gehen und mein SuB eh schon viel zu groß ist! Zumindest für mich. :D Ich finde es aber gut, dass du nochmal sagst, dass andere das anders empfinden könnten. Manch einer lässt sich zu sehr von den Meinungen anderer beeinflussen. Ich auch manchmal.

    Liebst, Lotta

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    1. Huhu!
      Danke, alle weiteren Rezensionen werden jetzt auch mit Absätzen geschrieben ;)
      Hmm ja gerade bei diesem Buch habe ich das Gefühl, dass die Begeisterung von Person zu Person anders ist. Manche meinen Laurel hat sich gut entwickelt und manche wie ich finden sie einfach nur anstrengend und nervig, weswegen ich das bei dieser BV besonders hervorgehoben habe, wobei sich das ja theoretisch von selbst verstehen sollte...aber auch ich lasse mich wie du von anderen Meinungen teilweise sehr beeinflussen ;)
      Allerliebste Grüße, Ambria <3<3<3<3 :)

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  5. Huhu!
    Wie schön, dass dir das Buch gefallen hat, auch wenn es einige kleine Schwächen gab. Bei mir liegt es (immer noch) auf dem SuB, aber ich freue mich schon sehr darauf. Meine Vorfreude wurde soeben noch einmal dank dir gesteigert ♥

    Liebe Grüße und viel Lesezeit wünscht dir
    Emmi

    http://emmisbuecherblog.blogspot.de/

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