Dienstag, 15. Dezember 2015

[Rezension] Das Jahr, nachdem die Welt stehenblieb // Clare Furniss




Titel: Das Jahr, nachdem die Welt stehen blieb
Originaltitel: The Year of the Rat
Autorin: Clare Furniss
Übersetzt von: Andrea O'Brien
Verlag: Hanser
Originalverlag: Simon & Schuster
Seitenanzahl: 272
ISBN: 978-3-446-24626-3
Einband: gebunden
Bildquelle: ©Hanser






Warum ich das Buch gelesen habe


Das Buch ruft mich schon seit einer ganzen Weile aus einer kleinen Ecke meiner Bibliothek, also musste es (trotz des abschreckenden Covers) einfach auch mal mit!

Inhalt


Pearl, 15, ist so zufrieden mit ihrer Welt, wie man es als Teenager nur sein kann. Bis von einem Tag auf den anderen alles anders wird. 
Gerade ist Pearl mit ihren Eltern umgezogen, damit Platz ist für das neue Baby. Da bricht, völlig unerwartet, ihre heile Welt zusammen: Die Mutter stirbt bei der Geburt der kleinen Rose. Und Pearl ist mit ihrem Stiefvater allein. Das heißt, nicht ganz allein, denn da ist ja noch das Baby – der Eindringling, der schuld ist am Tod ihrer Mutter. Es dauert seine Zeit, bis Pearl lernt, mit ihrer Trauer umzugehen und sich gestatten kann, zurück ins Leben zu finden. Zurück zu ihren Freunden. Sich vielleicht sogar zu verlieben. Und Rose als Teil ihrer neuen Familie zu akzeptieren … Ein Jugendbuch, das herzzerreißend ehrlich, aber auch voller Witz und Leichtigkeit von Freundschaft, Liebe und vom Erwachsenwerden erzählt.
Quelle & ©: Hanser


Meine Meinung


Zur Idee und zum Inhalt:

Pearls Mutter stirbt bei der Geburt ihrer (Halb-)Schwester, während Pearl mit ihrer besten Freundin im Kino ist. An einem ganz normalen Tag. Niemand hätte damit gerechnet. Und auf einmal bleibt die Welt stehen.
In diesem Buch geht es nicht lediglich darum, mit dem Tod eines geliebten Menschen umzugehen, sondern speziell darum, trotzdem weiterzuleben. Obwohl von einer Sekunde auf die andere die Welt stehen bleiben kann. Obwohl jeden Tag Menschen sterben. Obwohl jeden Tag so viel Leid geschieht. Obwohl vieles oft sinnlos erscheint, wenn man das große Ganze betrachtet. Denn es lohnt sich zu leben. Es lohnt sich für jeden einzelnen sein Leben zu leben.
Die Botschaft, die dieses Buch wohl vermitteln soll, finde ich einfach unglaublich! Bei Büchern ohne sowas, geht mir das immer irgendwie ein wenig ab. Aber manchmal muss man sich einfach entscheiden: eine tolle Story oder ein Sinn hinter dem Ganzen? Vermutlich ist die tolle Story dann das, was wir meistens wählen würden. Und der Oberhammer ist es natürlich, wenn beides vorhanden ist. Hier ist es aber nur die Botschaft, die Geschichte war...irgendwie lasch. Das Buch behandelt wirklich ein ganzes Jahr in sich und verhältnismäßig viel wird ausgelassen. Man bekommt immer nur ein paar Ausschnitte aus Pearls Leben mit, die eigentlich alle gleich sind. Und dann *kabumm* hat sie die große Erleuchtung und die Welt ist wieder in Ordnung. Es ist einfach für eine unglaublich lange Zeit in ihrem Leben nichts vorangegangen und von einem Tag auf den anderen ist sie ein völlig anderer Mensch. Wiebittewas? Wurden da 50 Seiten rausgerissen oder wie jetzt? Ungefähr dieses Gefühl hat man nach dem Beenden des Buches. Es geht hauptsächlich darum, wie sch**** es Pearl das Jahr über geht, dann hat sie die große Erleuchtung und AUS. Ohne Erklärung, wie es weiter geht. Ohne Erklärung, wieso eigentlich genau dann. Ohne irgendwas einfach ENDE. 

Zum Schreibstil und den Charakteren:

Der Schreibstil ist okay. Teilweise gewöhnungsbedürftig, aber okay. Ab und an kann man sogar ein klein wenig erfrischenden Sarkasmus entdecken. 
Die Charaktere...eigentlich erfährt man ziemlich wenig über die Charaktere. Am liebsten habe ich wohl noch Pearls Großmutter. Ihr Vater...verhält sich nicht so richtig wie ein Vater. Und ihre Mutter...eine schreckliche Frau, wenn ihr mich fragt, aber psst, über Tote darf man ja nicht schlecht reden...
Über Pearl erfährt man dann letztendlich eigentlich gar nichts. Nur etwas über die durchgehend deprimierte Pearl, aber wer sie eigentlich wirklich ist, das erfahren wir so gut wie gar nicht. 

Zum Titel und zur Gestaltung:

Der Titel ist toll, das Cover...muss ich dazu wirklich noch was sagen? Um es schön auszudrücken: meinen Geschmack hat es nicht getroffen...

Zitat


Die Welt kann jederzeit stehen bleiben. Doch im Moment ist das egal.  Seite 268

Fazit 


Ich finde die "Message" des Buches einfach unglaublich toll und besonders den letzten Satz, den ich euch auch als Zitat rausgeschrieben haben, werde ich wohl nie wieder vergessen. 
Allerdings war das auch alles Positive, was ich über das Buch sagen kann. Auf die Charaktere wird nicht eingegangen, die gesamte Geschichte weist Lücken auf und das Ende ist alles andere als herausragend. Ich werde euch nicht von dem Buch abraten, aber erwartet euch einfach nichts.












Die Zitatrechte liegen beim Verlag. 

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Kommentare:

  1. Hallo Ambria

    Ich habe grad dein Blog entdeckt und ein wenig darin gestöbert. "Das Jahr nachdem die Welt stehen blieb" hört sich zunächst sehr interessant an, mein erster Gedanke: Das könnte mir auch gefallen. Deine Rezension dazu macht mich durchaus neugierig. Wobei es schade ist, dass die Charaktere nicht so gut ausgearbeitet sind. Aber insgesamt macht mich deine Rezension sehr neugierig und ich bekomme Lust, das Buch selbst zu lesen. Die Aufmachung des Covers ist sicherlich Geschmackssache. Aber ich bin da ganz bei: Schön ist anders ;) Vielleicht fehlt mir auch der inhaltliche Bezug zu dem aufgebrochenem Ei. ich bin ja ein Coverjunkie und liebe es, die Tiefen eines Covers zu ergründen. Die rote Farbe würde ich für die dramatische Veränderung sehen, eben rot, nicht einfach, sondern mit viel Drama und sehr schwerwiegend. Das aufgebrochene Ei, jaaa. Ein Ei, steht für mich für Leben. Dadurch das die Schale aber aufgebrochen ist, scheint dieses Leben vielleicht zustande gekommen zu sein, jedoch schnell wieder beendet. Sogesehen scheint es ja doch irgendwie zum Inhalt zu passen. Aber es würde mich so in dieser Form nicht direkt ansprechen ;) Ich mag deinen Stil zu rezensieren und bleib gleich mal hier als Leserin. Bin schon sehr gespannt auf deinen nächsten Beitrag und würde mich natürlich auch sehr freuen, wenn du mich auch besuchen kommst ;)

    liebe Grüße
    Sandra von http://www.sandraskreativelesezeit.blogspot.com

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    1. Huhu!
      Vielleicht gefällt es dir ja besser :) <3
      Oha soviel kannst du aus einem einzelnen Cover rauslesen? Kannst du diese Fähigkeit irgendwie auf mich übertragen oder so? Das mag ich auch können *-* ;)
      Denn es hat tatsächlich ziemlich viel mit dem Inhalt zu tun. Trotzdem hätte man das ganze ein wenig schöner machen können ;)
      Danke dir, das freut mich zu hören :) <3
      Viele liebe Grüße, Ambia <3<3<3:)

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